Gefäss für ... Texte
 
Umfrage endete am 26.Okt7, 11h: Wie klingt ein Schuss aus einer Pistole? Ergebnis / Infos
Endergebnis siehe Link
GfuT Nr. 48 (April 2008):
Gefäss für ul. Texte
Ist es war?
 
 

       
 

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GfoT Nr. 38 (Januar 04):
Gefäss für ohrenbetäubende Texte
Laut und deutlich schreiben

Drei Texte aus dem reichhaltigen Angebot des Januar-GfoTs:

Ohrenbetäubend allein reicht nicht (von gut.)
10 Tricks für erfolgreiche Bands
I. Der Noch-nicht-fertig-Trick
Tut bei einem Song ca. nach dem zweiten Refrain so, als ob das Stück zu Ende wäre, z.B. indem der Drummer gleichzeitig auf die Snare und ein Becken schlägt, und der Bassist sein Instrument verstummen lässt. Der Gitarrist soll sein Instrument aber noch leise heulen lassen. Sobald der erste Depp im Publikum zu klatschen beginnt, spielt ihr den Refrain nochmal, und der Depp im Publikum schaut blöd aus der Wäsche!
II. Die obligatorische Zugabe
Geht nach etwa 2/3 des Sets von der Bühne, lasst aber alle Geräte laufen, so dass das Publikum merkt, dass ihr nochmals kommt, falls ihr ein Publikum habt, von dem ihr keine «Zugabe»-Rufe erwartet. Nach drei Minuten erscheint ihr wieder und spielt den restlichen Drittel. Die Wirkung dieses Manövers ist sehr klein, aber ihr müsst es machen, sonst würdet ihr gegen den Musiker-Ehrenkodex verstossen.
III. Vorstellen mit Soli
Wählt aus eurem Repertoire das Lied aus, das den «langatmigsten» Teil hat. Spielt diesen Teil dann ganz leise und wiederholt ihn andauernd. Dann stellt der Sänger die Musiker mit Namen vor. Nachdem einer vorgestellt worden ist, spielt dieser sein Instrument etwas lauter (kleine Soli à ca. 10 Sekunden). Ganz toller Effekt. Viele Leute klatschen nach jedem Solo! Umbedingt machen!
IV. Aufdringliche Ortserwähnung
Der Sänger soll immer wieder den Namen des Ortes, wo das Konzert stattfindet sagen und das Publikum in den Himmel loben. zB: «Hey Züüüüri, ir sind sooo geil!» oder «Winterthur, ich liebe es, vor euch zu spielen» oder «Schaan, ey. Voll cool bei euch, ey». Als Faustregel gilt: Erwähne den Ortsnamen mindestens halb so oft, wie ihr Anzahl Stücke habt.
V. Fliessender Übergang
Wählt aus eurem Repertoire dasjenige Lied aus, bei welchem der Beginn so richtig einfährt/abrockt/abgeht. Dann spielt ihr dieses Lied grad nach dem Schluss eines anderen Liedes, aber ohne eine eigentliche Pause zu machen. So ein fliessender Übergang ist spitzenmässig gut.
VI. Der und_jetzt_alle-Befehl
Wenn einer eurer Songs einen so richtig melodiösen Poprefrain hat, dann spielt diesen dreimal. Beim vierten Durchgang verstummen dann alle Instrumente mit Ausnahme des Basses und des Schlagzeugs. Der Sänger und der nun gerade nicht gebrauchte Gitarrist machen dann mit den Händen im Takt den Hampelmann und fordern die Leute auf, dies auch zu tun. Gleichzeitig formen die beiden Musiker ihre Lippen so, dass man meinen könnte, sie würden singen. Dass wird dann das hampelmannmachende Publikum dazu animieren, den Refrain zu singen. Macht dies nur solange wie noch einer mitsingt. Dieser Punkt klingt im ersten Moment irre kompliziert. Wenn man das aber mal eingespielt hat, ist die Wirkung einfach unbeschreiblich.
IIIIIII. Griff in die Kiste der rhetorischen Fragen
Der Sänger soll in einer Pause den Zuschauern die Frage stellen, ob sie bereit seien. Egal, ob niemand antwortet oder ob alle aus voller Kehle «Ja» schreien, ihr sollt so tun als hättet ihr die Antwort nicht gehört. Legt z.B. die flache Hand demonstrativ an euer Ohr, oder lügt: «Ich habe euch nicht verstanden. Seid ihr bereit?» Die Leute rufen sehr gerne «Ja». Oder andersrum formuliert: Bands die diesen Punkt ignorieren, hinterlassen ein unzufriedenes Publikum.
VIII. Balabalabala
Egal, wenn euer Publikum älter als 3jährig ist: Singt etwas in der Art von «Ola, ola, oh-lah!» und tut alles, damit das Publikum euch nachsingt. Dann singt sehr schnell «Schwubädiduh, schwubädiduh, schwubädidubädidubädiduh». Schon schaffen es einige nicht mehr, nachzusingen. Dann macht vielleicht noch ein: «Schnäbädabapapadah, Gugädigägäditschapfapfätsch» und alle finden euch furchbar originell, weil ihr das Vor-/Nachsing-Spiel parodiert. Dabei habt ihr das nur im GfoT gelesen.
IX. Auch du
Sagt: «Ich will eure Hände sehen» und zeigt auf das scheue Individuum, das zuhinterst in der Ecke steht, und dem eure Musik mit grosser Bestimmtheit nicht gefällt, dann sagt ihr: «Auch du dort in der Ecke!»
X. Der wichtigste Trick
Und der wichtigste aller Tricks: Nur Bands die keinen dieser Tricks anwenden werden von der GfaT-Redaktion empfohlen, denn diese Tricks sind für ein Satiremagazin geschrieben, nicht für die Praxis.



Das GfoT-Weihnachtsangebot in Zusammenarbeit mit Ruag Land Systems (von dep.)

Kennen sie das Problem? Sie wollen mit ihrem Sturmgewehr 95 die Passanten necken, die hinter der Gartenhecke vorbei schleichen. Doch ihre Familie fühlt sich von den Knallgeräuschen beim Fernsehen gestört. Das muss doch nicht sein! Wir sind stolz, ihnen in Zusammenarbeit mit der Ruag Land Systems die Lösung zu präsentieren: Der Silento 300.
Der Silento 300 entspricht dem Schalldämpfer einer Faustfeuerwaffe. Sie müssen ihn aber nicht mühsam auf den Lauf schrauben, sondern sie kriechen einfach mit dem ganzen Gewehr hinein. Mit dem Silento 300 reduzieren sie die Lärmemissionen beim Schiessen im Bereich der Waffenmündung um 21 dBA. Das ist etwa so viel, wie wenn ein Airbus 747 in den Schrebergarten ihres Nachbarn stürzt, und sie dann über den Zaun fragen, ob sie beim Zwiebeln setzen helfen sollen.
Silento 300 besteht aus einem Tunnel mit auswechselbarem Dämmmaterial, gefertigt aus wiederverwerteten Pet-Flaschen. Mit dem ausgeklügelten Abstütz- und Verschiebungsmechanismus, bestehend aus zwei Rädern und einem Griff, können sie den Silento 300 mühelos unter dem Bett versorgen.
Bestellen sie den Silento 300 noch heute. Ihre Familie wird es ihnen danken. Bequem per Mausklick in unserem Webshop unter www.gfat.ch.vu oder senden sie eine E-Mail an sales@ruaglandsystems.ch. Unser Verkaufschef Dalai Ernst Papst gibt ihnen auch gerne Auskunft zu weiteren Waffensystemen der Ruag. Bestellen sie schnell. Unter den ersten hundert Bestellungen verlosen wir einen 120mm «Bighorn». Festungsminenwerfer.



Fischimbissstand (von jeah.)
Es war einmal eine nette und liebe Frau. Die Frau wohnte zwischen dem grossen Schlachthaus und dem verlassenen Busdepot, wo Drogenhändler in passagierverlassenen Bussen Drogen deponierten. Jutta, so hiess die Frau, war glücklich, dass das verlassene Busdepot zum Drogendepot umfunktioniert worden war. Nicht weil sie einen persönlichen Nutzen daraus gezogen hätte, sondern weil sie nicht wusste, was sie getan hätte, wenn das Depot zweckentfremdet worden wäre und zum Beispiel ein riesiger Fischimbissstand entstanden wäre. Denn Fischgeruch konnte sie nicht leiden.
Fischimbissstand
Weil ein Boot beladen mit Drogen vor der portugiesischen Küste kenterte, wurde ein Fischer angehalten mit seiner Fischereiausrüstung auf seinem Fischkutter die Fische einzufangen, die zur Kenterungszeit unter dem gekenterten Boot Wasser konsumierten, weil der Drogenlieferant glaubte, die Drogen aus den Fischen rückgewinnen zu können. Die Fische wurden als Fischlieferung getarnt in einem alten Bus in ein Drogendepot gefahren, wo zwei Testpersonen je fünf Fische essen mussten, weil der Drogenhändler die vom Drogenlieferanten versprochene Wirkung der Fische testen wollte. Die Fische wurden fachgerecht ausgeweidet und danach an einer Zwiebel-Kräuter-Marinade nach geheimem Familienrezept gebacken. Mit erboster Miene stellte der Drogenhändler keinerlei rauschartige Wirkung bei den Testpersonen fest und liess alle Fische braten und dann verkaufen, um wenigstens einen Teil der Lieferungskosten decken zu können, dazu wurden die Busse vor das Depot gefahren und das Depot in einen riesigen Fischimbissstand umgewandelt.
Fischimbissstand
Es war purer Zufall, dass das Drogendepot, welches in einen Fischimbissstand umfunktioniert wurde, nichts mit dem Drogendepot zu tun hatte, neben welchem Jutta wohnte. Jutta tat also gut daran, glücklich über das Drogendepot zu sein und dies zu geniessen, solange es möglich war. Und wenn es nicht anders gekommen wäre, könnte sie noch heute glücklich sein.
Fischimbissstand
Um nicht den staatlichen Stellen, die eine restriktive Drogenpolitik verfolgten, ins Netz zu gehen, wechselten die Drogenhändler die Drogendepots im Zweimonatstakt. So fuhren die Busse wieder aus dem verlassenen Busdepot in der Nachbarschaft von Jutta. Kurzfristig zogen Elemente der städtischen Subkultur in das Depot ein, bevor ein Konsortium andere Pläne hegte: Ein Fischgrosshandel oder ein Bürogebäude. Obwohl das Konsortium keinen Fischgrosshandel gründete, da die kommerziellen Aussichten seit der Gründung des Grossfischmarktes in einem anderen Busdepot schlecht waren, hatte Jutta keinen Grund, glücklich zu sein. Denn ihre Wohnung befand sich an exakt der gleichen Stelle wie die neue Empfangshalle des Bürogebäudes.
Fischimbissstand
Weil der Kopf und die treibende Kraft des Konsortiums an einem Fischgrad erstickte, wurde das Projekt nicht realisiert und das Areal an eine Fischhandelsunternehmung verkauft, die aus dem verlassenen Busdepot einen riesigen Fischimbissstand machte. Jutta musste also erfahren, was sie tat, wenn das Busdepot in einen Fischimbissstand umgewandelt wurde: Sie merkte, dass der Fischgeruch nicht schlimmer war, als die angesägten Schweinehälften im Schlachthof nebenan rochen, trotzdem wanderte sie nach Australien aus, landete aber versehentlich in der weiten russischen Landschaft und begann nach Erdgas zu graben.