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GfaT Nr.
32 (1.1.2003)
Gefäss für affengeile Texte
Einfahren in Auto |
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Wurtsgrillkonflikt vor Eskalation (von dep.)
Oberengstringen - Georg Werner Strauch wirft seinem Nachbar Sandro Huser
vor, verbotene Wurstgrill- und Bratutensilien zu besitzen. Mit einer Resolution
der Nachbarschaftsvereinigung Uno (United Neighbours Oberengstringen)
soll er nun dazu gezwungen werden, Grill-Inspektoren in seinem Garten
zuzulassen.
Die am vergangenen Freitag verabschiedete Resolution fordert den Mieter
der Wohnung 1c im Parterre der Genossenschaftssiedlung Schönrein
auf, umgehend seine Wurstgrill- und Bratutensilien abzurüsten und
mit den Inspektoren der United Neighbours zusammenzuarbeiten. In einem
Brief an den Uno-Sicherheitsrat erklärte Huser, dass er die Inspektoren
nicht scheue, weil er keine Wurstgrill- und Bratutensilien besitze: "Ich
nehme die Resolution trotz ihres ungerechten Inhalts an, um mein Heim,
meine Familie und die Genossenschaftssiedlung Schönrein vor einer
drohenden Eskalation des Konflikts zu bewahren."
Strauch reagierte am Mittwoch vorerst zurückhaltend auf Husers Entscheid.
Mit der Annahme der Resolution, hiess es, habe Huser lediglich eine erste
von mehreren Bedingungen erfüllt. Das nächste kritische Datum
sei nun das Ultimatum am 8. Januar. Bis dann muss Huser dem Sicherheitsrat
"einen umfassenden, akkuraten und vollständigen Bericht"
abliefern, der einerseits alle Vorhaben zum Bau und zum Einsatz von Wurstgrill-
und Bratutensilien auflistet und anderseits sämtliche zivilen Materialien
nennt, die auch grillspezifische Verwendung ("dual use") finden
könnten.
Verstösst Huser gegen die Resolution drohen ihm Sanktionen. Der Sicherheitsrat
der Uno hat Huser im Zusammenhang mit dem Wurstgrill-Konflikt schon mehrmals
mit Sanktionen bestraft. Auf Druck des Sicherheitsrates verhängte
der Dorfmetzger bereits vor neun Jahren für die ganze Familie Huser
ein Wurstembargo.
Talentierte Klein Jolanda (von gut.)
Ah, Beh, Zeh, Deh, Eh, Äf, Geh, Äl, Häh, also, Ah, Beh,
Zeh, Deh, Eh, Äf, Geh, Äl, Ah nai, nomol, Ah, Beh, Zeh, Deh,
Eh, Äf, Geh, Hah, Äl, Äh nai, Ah, Beh, Zeh, Deh, ...
Poetisches (von blind.)
Ich stapfte der Strasse entlang heimwärts. Düster, silbern schienen
die Wolken langsam aufzureissen... Morgendämmerung.
Ich spürte die Augen, die Verfolger, die morgendliche Stadt tief
im Schlafe noch...
Doch jedes wache Auge, das mich erblickte, so spürte ich bestimmt,
blieb an mir hängen - bohrend, stechend, der Hauch im Nacken...
Die Giraffe an meiner Leine mussten wohl alle gesehen haben.

Illustration von
sch.
Notizen zur Geilheit (von kotz.)
Es gibt Menschen, die sind affengeil. Menschen, die krokogeil sind. Walgeile
Menschen oder schlangengeile. Gänse- und gleichzeitig gänsegeiergeil.
Muss nicht angenehm sein.
Ich für meinen Teil bin einfach nur geil. Alles, was die für
mich ethisch konforme Grenze der Geilheit an Warmblütern überschreitet,
halte ich für extravagant.
Affengeiles von Johann* (von jeah.)
Als Johann kürzlich an einem Morgen mit flauem Magen, schwerem Kopf,
leerem Geldbeutel und ohne klar strukturierte Erinnerungen aufwachte,
dachte er an Geld.
Er fragte sich, ob er nicht besser für das gleiche Geld einfach eine
Viertelstunde mit netten unbekannten Leuten am Telefon geplaudert hätte.
Dann einen Kamillentee trinken, dann ins Bett hüpfen, dann frisch
und munter aufstehen.
Doch so richtig gefiel ihm diese Alternative nicht. Sozialer Kontakt durchs
Telefon ist eben doch nicht das Gleiche.
So fragte sich Johann weiter, wie er seine Situation in positives Licht
rücken könnte. Und wirklich, er hatte eine Idee: Er könnte
sich einen Beruf suchen, bei welchem sein morgendlicher Zustand nicht
abträglich ist. Spontan fiel ihm der Beruf des Von-Hand-Strickers
ein. Das hätte jedoch nebst dem Vorteil, dass er diesen Beruf beruflich
nur ausüben könnte, wenn er sich so fühlte, wie er sich
fühlte, auch Nachteile: Johann war kein guter Stricker. Zudem denkt
man nicht automatisch an Geld, wenn man Stricken hört, schon gar
nicht, wenn man Johann stricken sieht nach durchzechter Nacht. Doch genau
ums Geld ging es Johann.
Schliesslich hatte er noch eine spontane Idee: Warum sollte er weiterhin
einen ganzen Abend lang dumme Sprüche reissen und sich ausufernd
benehmen, wenn dies niemand zu honorieren weiss? Honorieren - von nun
an wollte er sich als verdeckten Stimmungsmacher an stimmungsaufpeppbedürftige
Partys vermitteln lassen. Je nach Anlass würde er sich einen neuen
fiktiven Lebenslauf zulegen und so zum Spassmacher des Abends avancieren,
ohne das soziale Gefüge des Anlasses zu zerstören. Das bringt
Geld und affengeile Stimmung.
Wahrscheinlich hätte Johann heute bereits sein drittes Luxusauto
geleast, wäre er nicht noch am selben Abend seine Idee ausgelassen
feiern gegangen. Am nächsten Morgen wusste er nicht einmal mehr,
wann der letzte Morgen gewesen war, geschweige denn, was er am letzten
Morgen ausgetüftelt hatte. Nur an den kleinen lustigen Affen konnte
er sich noch erinnern.
* Name von der Red. geändert auf Wunsch von Viktor
Berthold Schweizer-Schmid-Scherrer, der nicht mit seinem Namen Viktor
Berthold Schweizer-Schmid-Scherrer in diesem Text über Viktor Berthold
Schweizer-Schmid-Scherrer erwähnt werden wollte, obwohl die Red.
gerne ihren prominenten Mitschreiber Viktor Berthold Schweizer-Schmid-Scherrer
erwähnt hätte. Doch die Red. berücksichtigt Wünsche
wie diesen von Viktor Berthold Schweizer-Schmid-Scherrer und zeigt Respekt
vor der Privatsphäre von Viktor Berthold Schweizer-Schmid-Scherrer
und hat Verständnis für die Beweggründe von Viktor Berthold
Schweizer-Schmid-Scherrer, seinen Namen von Viktor Berthold Schweizer-Schmid-Scherrer
in Johann ändern zu lassen, schliesslich strebt Viktor Berthold Schweizer-Schmid-Scherrer
eine Offizierskarriere in der Schweizer Armee an, die wir nicht verunglimpfen
wollen, da die ganze Red. froh ist, eine starke Landesverteidigung im
Rücken zu wissen. Leserbriefe an das GfaT (oder an vbs. Viktor Berthold
Schweizer-Schmid-Scherrer) an gefaess@gmx.li oder an die Postadresse.
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